Papier ist ein unglaublich vielseitiges Material. Neben den herkömmlichen Gebrauch von Papier, dem Festhalten von Informationen, kann man es ebenso als abstrakte Ausdrucksform betrachten. Das preiswerte Material kann durch seine Textur, Transparenz, Stärke und Flexibilität können sich unterschiedlichste Verwendungen ergeben. Aber woher kommt dieser inspirierende Werkstoff?

 

 

Lange vor der Entwicklung von Papier war der Mensch darauf aus, seine Gedanken irgendwie festzuhalten. Zeichnungen auf Höhlenwänden und im Sand waren die Folge. Erst viel später, mit der Entwicklung der Hieroglyphen und buchstabenähnlichen Zeichen, kamen handlichere Materialien wie Holz, Metal, Steinplatten, Keramik, Blätter, Baumrinden und letztendlich Stoffe und Papyrus hinzu. Das Wort Papier leitet sich vom Papyrus ab, das aus dem alten Ägypten stammt. Die ersten Überlieferungen der Papierherstellung kommen jedoch aus China. In China zeichnete man vor allem mit einem Pinsel auf Webstoffe um die Schrift zu verewigen. Da diese Stoffe allerdings recht teuer waren, stieg der Wunsch nach einer billigeren Variante. Das Papier war geboren als der Eunuch Ts’ai Lun ca. 105 n. Chr. in seinen Steinmörser Pflanzenfasern aufweichte und schöpfte.

 

Erst Jahrhunderte später wurde die Herstellung von den Arabern durch chinesische Gefangene aufgegriffen und in den folgenden Jahren auch in Europa verbreitet. Über Spanien (ca. 1150) erreichte die Kunst der Papierherstellung Italien (1268) und Frankreich (1269) und damit letztendlich ganz Europa, wo die Herstellung immer weiter verfeinert und letztendlich auch industrialisiert wurde.

 

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Nachdem das Papier aus dem asiatischen Raum stammt, ist es auch wenig überraschend, dass sie auch gerne mal selbiges falten. „Origami“ kommt aus dem japanischen und bedeutet so viel wie „gefaltetes Papier“. Manche vermuten, dass chinesische Mönche das Papierfalten im 6. Jahrhundert nach Japan brachten. Andererseits könnte es auch bei religiösen Riten im 14-16 Jahrhundert in der Muromachi-Ära bzw. im 17-19 Jahrhundert in der Edo-Ära begründet worden sein.

 

Man ist sich also nicht ganz einig ob die Japaner überhaupt die Erfinder dieser Kunst sind oder die Chinesen die Technik nach Japan brachten. Die symbolreichen Figuren sind allerdings ein wahrer Hingucker und noch immer äußerst beliebt. Ob Lampenschirme, Vasen, Schachteln oder ähnliche Gegenstände und beeindruckende Wohnaccessoires – alles ist möglich.

 

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